Benutzerspezifische Werkzeuge
Sie sind hier: Startseite Members lebgut "Lichtenberg erinnert an Verfolgung in der Zeit des Nationalsozialismus" (Youngmedialounge Lichtenberg)

"Lichtenberg erinnert an Verfolgung in der Zeit des Nationalsozialismus" (Youngmedialounge Lichtenberg)

Gedenken an den früheren Rummelsburger Arbeitshäusern


Anlässlich des 70. Jahrestags des Beginns der zweiten Aktion "Arbeitsscheu Reich" durch die Nationalsozialisten, findet am 13. Juni um 17 Uhr eine Gedenkkundgebung zur Erinnerung an die Verfolgung so genannter Asozialer am ehemaligen Arbeitshaus Rummelsburg in Berlin-Lichtenberg statt. Die Bezirkstadträtin für Kultur und Bürgerdienste, Katrin Framke, eröffnet die Veranstaltung in Anwesenheit des Polizeipräsidenten von Berlin, Dieter Glietsch, der in seinem Redebeitrag auf die besondere Rolle der Kriminalpolizei bei der Aktion "Arbeitsscheu Reich" 1938 eingehen wird. Hans Coppi, Sohn der ermordeten Widerstandskämpfer Hilde und Hans Coppi und Berliner Landesvorsitzender der "Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten" (VVN-BdA), berichtet über die Einbindung der so genannten Asozialen in das "KZ-System". Zudem wird der Historiker Thomas Irmer über aktuelle Forschungsergebnisse zum Arbeitshaus Rummelsburg und zur Verfolgung dieser Opfergruppe sprechen.

Unter Beteiligung der Kriminalpolizei wurden am 13. Juni 1938 über 10 000 Personen als so genannte Asoziale verhaftet und verschleppt. Ein Ausgangsort dieser Aktion war das 1879 erbaute Arbeitshaus in Rummelsburg, das im kaiserlichen Berlin als Bestrafungsinstitution für Bettelei diente. In der NS-Zeit nutzten die Nazis das "Städtische Arbeits- und Bewahrungshaus Berlin-Lichtenberg" als Sammel- und Verwahrstelle für so genannte Asoziale, um sie von dort in Konzentrationslager zu deportieren. Zu den in den KZs mit einem schwarzen Winkel gekennzeichneten Opfern zählten Bettler, Landstreicher, Prostituierte, Zuhälter, arbeitsunwillige Fürsorgeempfänger, Alkoholiker, Wohnungslose, Homosexuelle, so genannte psychisch Abwegige und deklassierte Unterschichtfamilien.

Die Veranstaltung ist eine Kooperation des Arbeitskreises "Marginalisierte - gestern und heute" und des Bezirksamts Lichtenberg. Noch bis zum 20. Juni ist im Lichtenberger Museum in der Türrschmidtstrasse die Ausstellung "Wohnungslose im Nationalsozialismus" zu sehen.


Quelle:
Youngmedialounge Lichtenberg




Artikelaktionen