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Gedenken an die "Asozialen" an den früheren Rummelsburger Arbeitshäusern

Wir erinnern an die Opfer der Aktion "Arbeitsscheu Reich". Die Kriminalpolizei deportierte am 13.06.1938 über 10.000 "Asoziale" in Konzentrationslager. Die Zahl der Berliner Internierten ist unbekannt. Es sprechen Frau Framke, Kulturbürgermeister, Regierender Bürgermeister (angefragt), Petra Rosenberg (Landesverband deutscher Sinti und Roma B-B. Historiker N.N. Musik: mit Bruno S.

Die Kriminalpolizei deportierte am 13.06.1938 reichsweit über 10 000 "Asoziale" in Konzentrationslager.
Die Zahl der Berliner Internierten ist bis jetzt unbekannt.

Hintergrund zur Aktion „Arbeitsscheu Reich“


Unter der Leitung der Sicherheitspolizei wurden im Laufe des Jahres 1938 „reichsweit“ über 10 000 Menschen verhaftet und in KZs interniert.
Das Stigma der sozialen Zuschreibung war das Ausgrenzungskriterium und führte bei vielen bis zur physischen Vernichtung.

Die „Asozialen“ sind eine fast gänzlich vergessene  Gruppe von Opfern des NS-Staats, bis heute ohne Lobby. Sie sind durch alle Raster der Entschädigung gefallen.

Anlässlich der 70-jährigen Wiederkehr der Aktion „Arbeitsscheu Reich“ haben wir am 26.1.08 eine erste Gedenkveranstaltung in Erinnerung an den Himmler-Erlass vom 26.1.1938 am ehemaligen Arbeitshaus Rummelsburg durchgeführt, als Auftakt unserer Veranstaltungsreihe mit bisher 28 Veranstaltungen.
Der Termin 26.1.1938 markierte den Beginn der „Asozialenverfolgung“.

Maßnahmen der Sicherheitspolizei 1938:

In der Zeit vom 21. bis 30. April 1938 wurden im Kampf gegen die „völkische Unterschicht“ und die „Unterwelt der Gene“  auf der Basis des Himmler-Erlasses vom 26.1.1938 in einer reichsweiten Aktion mehr als 1 500 „Arbeitsscheue“ von der Gestapo in das KZ Buchenwald gebracht. 

Es handelte sich bei der ersten Aktion ausschließlich um Nichtsesshafte und um arbeitsfähige Männer. Der erste Transport von 21 Verhafteten wurde dort unter der Bezeichnung „Arbeitsscheu Reich“ registriert und gab allen folgenden Aktionen von Gestapo und Kriminalpolizei (bis Kriegsende) den Namen.

Die 2. große Aktion wurde vom 13. Juni bis 18. Juni 1938 von der Kriminalpolizei durchgeführt. Wie viele „Gemeinschaftsfremde“ in Berlin verhaftet wurden, ist nicht bekannt. Alleine in das KZ Sachsenhausen wurden in dieser Zeit  mehr als 5000 Menschen als „Asoziale“ verbracht und mit einem braunen, später einem schwarzen Winkel gekennzeichnet.

Insgesamt nahm die Kriminalpolizei mehr als 10 000 Menschen in den Obdachlosenasylen und Fürsorgeheimen in „polizeiliche Vorbeugehaft“.

Am 13.6.08 gedenken wir um 17 Uhr an dem Ort des Geschehens, dem früheren Arbeitshaus Rummelsburg:

Hauptstrasse (Lichtenberg) am ehem. Verwaltungsgebäude zwischen  Hildgard-Marcusson-Strasse und Georg-Löwenstein-Strasse (neue Strassen auf dem jetzt bebauten Gelände)

Fahrverbindungen:
Tram 21 (Schienersatzverkehr bis zum 20.6. ) bis Kosanke Siedlung oder vom S-Bhf Rummelsburg (10 Min Fußweg)



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