Benutzerspezifische Werkzeuge
Sie sind hier: Startseite Members lebgut Generalstreik - das Leben lang

Generalstreik - das Leben lang

Veranstaltungsreihe von der Vagabundenbewegung in den 20. Jahren über den Kampf für ein selbstbestimmtes Leben bis zur "ordnungs- und polizeilichen Fürsorge" des Bettelwesens in der NS-Zeit zur wissenschaftlich begründeten Aussonderung der "Gemeinschaftsfremden aus dem Volkskörper".

Zur Aktion "Arbeitsscheu Reich"


Unter der Leitung der Sicherheitspolizei wurden im Laufe des Jahres 1938 "reichsweit" über 10 000 Menschen verhaftet und in KZs interniert. Das Stigma der sozialen Zuschreibung war das Ausgrenzungskriterium und führte bei vielen bis zur physischen Vernichtung. Die "Asozialen" sind eine fast gänzlich vergessene Gruppe von Opfern des NS-Staats, bis heute ohne Lobby. Sie sind durch alle Raster der Entschädigung gefallen. Anlässlich der 70-jährigen Wiederkehr der Aktion "Arbeitsscheu Reich" haben wir am 26.1.08 eine erste Gedenkveranstaltung in Erinnerung an den Himmler-Erlass vom 26.1.1938 am ehemaligen Arbeitshaus Rummelsburg durchgeführt, als Auftakt unserer Veranstaltungsreihe mit bisher 28 Veranstaltungen.
Der Termin 26.1.1938 markierte den Beginn der "Asozialenverfolgung".

Maßnahmen der Sicherheitspolizei 1938:
In der Zeit vom 21. bis 30. April 1938 wurden im Kampf gegen die "völkische Unterschicht" und die "Unterwelt der Gene" auf der Basis des Himmler-Erlasses vom 26.1.1938 in einer reichsweiten Aktion mehr als 1 500 "Arbeitsscheue" von der Gestapo in das KZ Buchenwald gebracht.
Es handelte sich bei der ersten Aktion ausschließlich um Nichtsesshafte und um arbeitsfähige Männer. Der erste Transport von 21 Verhafteten wurde dort unter der Bezeichnung "Arbeitsscheu Reich" registriert und gab allen folgenden Aktionen von Gestapo und Kriminalpolizei (bis Kriegsende) den Namen.

Die 2. große Aktion wurde vom 13. Juni bis 18. Juni 1938 von der Kriminalpolizei durchgeführt. Wie viele "Gemeinschaftsfremde" in Berlin verhaftet wurden, ist nicht bekannt. Alleine in das KZ Sachsenhausen wurden in dieser Zeit 6000 Menschen als "Asoziale" verbracht und mit einem braunen, später einem schwarzen Winkel gekennzeichnet.
Insgesamt nahm die Kriminalpolizei mehr als 10.000 Menschen in den Obdachlosenasylen und Fürsorgeheimen in "polizeiliche Vorbeugehaft".

Am 13.6.08 gedenken wir an einem Ort des Geschehens, dem früheren Arbeitshaus Rummelsburg, dieser vergessenen Opfergruppe, die bis heute kaum eine Lobby hat und nicht entschädigt wurde.
Artikelaktionen
« Februar 2012 »
Februar
MoDiMiDoFrSaSo
12345
6789101112
13141516171819
20212223242526
272829