Gedenktour zu den Berliner Asylen und den Spuren der staatlichen Fürsorge in der Weimarer Republik
Gedenktour mit Klaus Trappmann im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Generalstreik das Leben lang".
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| Wann |
15.06.2008 von 12:00 pm bis 04:25 pm |
| Wo | Wiesenstr. 55-59, (Wedding) |
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Mit zunehmender Industrialisierung Berlins und der damit einhergehenden Zuwanderung wurde Wohnungslosigkeit im 19. Jahrhundert zu einem strukturelles Problem. Da die zumeist unqualifizierten Zugewanderten häufig selbst für die kärglichste Unterkunft kein Geld aufbringen konnten, waren sie auf Hilfe von weltanschaulichen und bürgerlich-liberalen Vereinen oder auf städtische Fürsorge angewiesen.
An den teilweise noch gut erhaltenen Stätten der Obdachlosenhilfe erfahren die Besucher wenig bis nichts von deren bewegter Geschichte. So wie Wohnungslose heute aus jeglicher gesellschaftlicher Beteiligung, aus Bahnhöfen, aus teilprivatisierten Fußgängerzonen und Konsumtempeln gedrängt werden, wird und wurde deren ehemaliger Lebensraum, durch geschichtslose Umwidmung zu beispielsweise luxusmodernisieren Wohnraum, entsorgt.
Die Gedenktour führt entlang einiger Stationen, die im 19. und 20. Jahrhundert den Obdachlosen Hilfe anboten. Diese erstreckte sich von der anonymisierten Gewährung eines Nachtasyls, über die Armenspeisung nach vorherigem gemeinsamen Gebet, bis hin zu repressiven Maßnahmen, wie die Zwangseinweisung in ein sogenanntes Arbeitshaus.
Klaus Trappmann, Autor verschiedener Bücher über die Vagabundenbewegung und Kurator der Ausstellung "Wohnort: nirgendwo" im Berlin-Kreuzberger Bethanien (1982), wird an den Spuren der Berliner Asyle einen Überblick über die Facetten staatlicher und nichtstaatlicher Fürsorge geben.
Musikalische Begleitung: Bruno S. und andere
Treffpunkt: an der früheren "Wiesenburg"
Wiesenstrasse 55-59, 13357 Berlin - Wedding
(S-Bhf Humboldthain)
Die Gedenktour endet in Rummelsburg in der Nähe des S-Bhf. Rummelsbug.
Eintritt frei, um Spende wird gebeten
Beginn: 12.00 Uhr
Wegen begrenzten Platzangebots bitten wir um verbindliche Voranmeldung unter
eMail: marginalisierte@yahoo.de bzw. Fon: 0176-965 03 573
Weitere Informationen der bis zum 16. Juni laufenden Veranstaltungsreihe finden Sie unter: Generalstreik das Leben lang

