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Ankündigung für die Öffentlichkeit

Das Programm zur Serie in kurzer Form

Gedenken an die Opfer der Aktion "Arbeitsscheu Reich"

Veranstaltungsreihe zur Marginalisierten gestern und heute.

Vor siebzig Jahren erließ am 26.01.1938 Himmler den Erlass vom zur Aktion "Arbeitsscheu Reich". Nach mehrmaligen Verschieben bewirkte er die konzentrierte Verfolgung „Asozialer“ bzw. "Volks- und Gemeinschaftsfremder".

Mehr als 10.000 Bettler, Wanderer, Wohnungslose, Sinti und Roma, Homosexuelle, Prostituierte, "Kleinkriminelle" ebenso wie Alkoholkranke, Frauen mit Kindern verschiedener Väter, Alleinerziehende, mitunter sogar ihre Kinder, große Familien, die längerfristig von der Fürsorge abhängig waren oder auch Kranke, Behinderte, jüdische und nicht deutsche Menschen, Erwerbslose, Leute, die die Arbeit störten, boykottierten, sabotierten oder zu spät kamen, wurden in reichsweiten Aktionen im April und Juni 1938 als "Schwarzwinkler" in Konzentrationslager deportiert.

Der Arbeitskreis "Marginalisierte - gestern und heute" vereint Menschen verschiedener Professionen und bereitet eine Veranstaltungsreihe vor.

Im Mittelpunkt stehen Kontinuitäten und Brüche in der Verfolgung gesellschaftlicher Außenseiter von 1938 bis heute.

Das Augenmerk des ersten Teils der Veranstaltungsreihe liegt auf der Vergangenheit. Zur Eröffnung präsentieren wir die Ausstellung "Wohnungslose im Nationalsozialismus" im traditionsreichen Haus der Demokratie und Menschenrechte e.V., .Greifswalder Str. 4, 10405 Berlin-Prenzlauer Berg Anlässlich des "Gedenktages für die Opfer des Nationalsozialismus" erinnern und gedenken wir der vergessenen Opfergruppe der "Asozialen", denen bis heute Rehabilitation, Entschädigung und Lobby fehlt.

Der zweite Teil der Reihe zeichnet Spuren und Auswirkungen so bezeichneter Asozialität im Alltagsbewußtsein von der Nachkriegszeit bis in die Gegenwart nach. Im Mehringhof, Versammlungsraum, Gneisenaustraße 2a, 10961 Berlin - Kreuzberg thematisieren wir den Umgang mit "Mißliebigen" und "Unangepassten", die als "Randgruppen" bzw. "Unterschicht" stigmatisiert werden.

Im öffentlichen Diskurs werden Erwerbslose der "Selbstbedienung im Sozialstaat" bezichtigt oder mit Parasiten verglichen. Klischeeartig erscheinen Bedürftige in Politik und Medien als Sozialleistungsbetrüger, Vermögensverdunkler, Einkommensverschweiger, Abzocker oder singende Cabriobesitzer.

Armut wird kriminalisiert.

Obdachlose werden aus Bahnhöfen und "Wohlstandareas" vertrieben. Bei Massenarbeitslosigkeit und anwachsenden unabgesicherten Arbeitsverhältnissen wird durch die Diskriminierung Erwerbsloser die soziale Spaltung der Gesellschaft weiter vorangetrieben.

Die Angst vor dem sozialen Abstieg ist ein wirkungsvoller Selektionsmechanismus, der die Bedürftigen vom "normalen gesellschaftlichen Leben" ausgrenzt. Die "Hilfslosigkeit" der heutigen Gesellschaft, die alles am Geldeswert bemisst sowie die Erscheinungen der "strukturellen Gewalt" regen zu einem Neu Nachdenken an.

Ab April 2008 steht unter der Überschrift "Die Stadt gehört allen!" die Berlinspezifik der heute Marginalisierten im Vordergrund.

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Kontakt: Lothar Eberhardt 030 693 49 73

oder 0176 - 96 50 35 73 Mail: marginalisierte@yahoo.de web : http://marginalisierte.de


AK Marginalisierte – damals und heute c/o Haus der Demokratie und Menschenrechte, Greifswalder Str. 4, 10405 Berlin

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