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Ermutigende Resonanz

Als ich gestern in meinem Stadteil das Veranstaltungsprogramm bekannt machte, erhielt ich in den Lokalen ermutigende Resonanzen, die ich hier wiedergeben will.

14.12.2007

Reaktionen von Ansprachen auf die Veranstaltungsreihe

... nicht nur in der Nazi-Zeit gab es den Begriff "Asoziale".
Auch in der DDR wurden psychisch Kranke so betitelt.
(Musikalisch-literarisches Cafe)

... Punks werden auch dauernd als "Asoziale" beschimpft
(Punker Bar)

... Meine Mutter wurde auch mal so genannt, weil ich einen
anderen Papa habe als mein Bruder. Wir müssen alle aufpassen,
dass sowas wie bei den Nazis nicht wieder passiert.
(ganz junge Servierkraft in einem Restaurant)

... Mein Opa ist auch 1938 in ein KZ gekommen, mit der
Begründung, er sei "asozial". Nach einem Führergnadenerlass
wurde er wieder entlassen. Der Opa ist wegen Krankheit früh
gestorben. Meine Oma hat mir das erzählt. Meine Eltern haben
nach den Akten geforscht, ich habe die Suche fortgesetzt. Vor
etwa drei Jahren bekam ich Bescheid, dass Akteneinsicht möglich
ist. Ich muss das machen und besuche auch Eure Reihe.
(Kabarettist und Theatermacher, 41 Jahre)

... In der BRD hat war am anfang noch die Landstreicherei
strafbar im Rahmen des Sozialrechts.
(Ältere Erwerbslosenaktivistin)

... In der DDR hat es bis 1952 auch noch Arbeitsdienst gegeben.
Ich kam da rein, weil ich als junger Mann keine Arbeit finden
konnte.
(In einer Veranstaltung)

... Gib mir den Vorabflyer. Ich guck mir die Seite an. Bei uns
ist das auch Thema. Ich schicke Dir den Titel eines Buches, in
dem ich dazu Genaueres las.
(Laden in Neukölln)

... Alle Vorabflyer waren im Nu weg. Im Zielona war gerade eine
Filveranstaltung mit, von und über Obdachlose. Wir sollen dort
unbedingt auslegen und plakatieren.
(Zielona Gora)

... Als Kulturschaffende der DDR hatten wir früher einen
Arbeitsvertrag. Heutzutage werden wir als "asoziales Gesochs"
beschmipft, was erstmal arbeiten lernen soll, weil wir jetzt
Hartz IV bekommen.
(Politisches Kabarett, Frau zirka 51 Jahre)

... Wir müssen alle aufpassen, dass sich die Entwicklung in der
Nazizeit nicht wiederholt. Einkommensarme werden zunehmend
dünnhäutiger und auch ungerechter, es kommt zu schlimmen
Reaktionen untereinander und auch gegen die Leute in sozialen
Projekten. Die Leute drehen ab, weil sie sich nicht mehr zu
helfen wissen. Und der Staat dreht weiter den Hahn der
Sozialleistungen zu. Eure Reihe ist wichtig, ich maile das an
alle Bekannten.
(alleinerziehende  Kreuzbergerin, die in einem Sozialprojekt
schafft)

... Wenn Ihr Material zur Veranstaltungsserie habt, dann könnt
Ihr es gern bei uns auslegen. Wir hatten auch schon
Ausstellungen zu ähnlichen Problematiken.
Öffentliches Haus, unterstellt dem Kulturamt in
Friedrichshain-Kreuzberg)

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