Lagerbordelle. Sex-Zwangsarbeit in NS-Konzentrationslagern
Auf Initiative des Arbeitskreises "Marginalisierte - gestern und heute" wird vom 22. März bis 21. April die Wanderausstellung "Lagerbordelle. Sex-Zwangsarbeit in NS-Konzentrationslagern" der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück im Lichtenberger soziokulturellen Zentrum KULTschule zu sehen sein.
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| Wann |
22.03.2009 10:00
bis 21.04.2009 17:00 |
| Name | Dirk Stegemann |
| Kontakttelefon | 01771768633 |
| Termin übernehmen |
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Die Ausstellung zeigt die erste Gesamtdarstellung eines Themas, das
bislang weitgehend im Verborgenen geblieben ist: die Zwangsprostitution
im Lagersystem der SS. Die Forschung hat das wie mit einem Tabu belegte
Thema der sexuellen Gewalt im KZ bis heute meist ausgeklammert.
Robert
Sommer hat für seine Arbeit in allen relevanten Archiven recherchiert,
er hat sogar Interviews mit Über-lebenden führen können. Sein
grundlegendes Buch zeichnet das Bild einer bisher unbekannten Realität
des Schreckens. Auf Befehl Himmlers wurden 1942 in den größten
Konzentrationslagern u.a. Dachau und Auschwitz, in Matthausen und
Buchenwald, in Mittelbau-Dora und Sachsenhausen, Bordelle für Häftlinge
eingerichtet. Der Bordellbesuch war als Anreiz zur Steigerung der
Arbeitsleistung der in das System der Kriegswirtschaft eingebetteten
Arbeitssklaven in den Lagern gedacht.
Die "Prämie" blieb
allerdings ausschließlich "arischen" Häftlingen vorbehalten. Für die
Bordelle rekrutierte die SS weibliche Häftlinge aus Ravensbrück und
Auschwitz-Birkenau, meist mit falschen Versprechungen oder unter Zwang.
Was
ist zu sehen? Gezeigt werden mehr als 150 Dokumente und Fotos zum Thema
Lagerbordelle. Vier Hörstationen informieren über ehemalige
Sex-Zwangsarbeiterinnen und männliche Besucher der Bordelle.
Einführende Tafeltexte stellen Aspekte der Thematik vor, die jeweils
vier Themenbereichen zugeordnet sind. Zur vertiefenden Lektüre werden
Dokumente und Texte in Ordnern und Klappbüchern angeboten, die auf
Tischen installiert sind. Darüber hinaus werden in Vitrinen Dokumente
und Fotos zur Geschichte der zehn Lagerbordelle gezeigt.
Ausstellungseröffnung:
Sonntag, 22. März 10 Uhr
mit:
Christine Emmerich (Bürgermeisterin Lichtenberg)
Dietrich Kalkan (Arbeitskreis "Marginalisierte-gestern und heute!")
Uta Rügemer (Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück/ Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten)
Robert Sommer (Ausstellungskurator)
Katrin Framke (Lichtenberger Bezirksstadträtin für Kultur und Bürgerdienste)
Evrim Baba (MdA Berlin, DIE LINKE)
Ort:
KULTschule
Sewanstrasse 43, 10319 Berlin Lichtenberg
Telefon: 030 / 52 51 26 80
S-Bahn: Betriebsbahnhof Rummelsburg, ca. 5. Min Fußweg
oder Bus: 296 (Haltestelle Dolgenseestraße), 194 (Haltestelle Michiganseestraße)
Öffnungszeiten:
Montag bis Freitag, 9.00 bis 19.00 Uhr
Sonntag, 13.00 bis 17.00 Uh
Flyer zur Ausstellung (pdf / 0,5 MB)
Mit freundlicher logistischer und finanzieller
Unterstützung der KULTschule Lichtenberg, des Bezirksamtes Lichtenberg,
der Berliner VVN-BdA und Evrim Baba

