Was hat Hamburg nur mit Euch Frauen gemacht?
Filmvorführung und Diskussion im Rahmen der Veranstaltungsreihe 70 Jahre Aktion Arbeitsscheu Reich - Kontinuitäten und Brüche - Wer ist nützlich, wer ist "minderwertig"?
| Was |
|
|---|---|
| Wann |
20.02.2008 von 07:00 pm bis 10:00 pm |
| Wo | Haus der Demokratie - Robert-Havemann-Saal |
| Name | Lothar Eberhardt |
| Kontakttelefon | 0176 96503573 |
| Termin übernehmen |
|
Der Film 90 minütige Film wird in voller Länge gezeigt
auf Wunsch einiger TeilnehmerInnen der Veranstaltung
"Herumtreiberei" und "liederlicher Lebenswandel" -
Frauen im Zugriff von Fürsorge und Polizei im NS-Staat
am 27.01.2008
Prostituierte und Frauen, die oft mit Männern gesehen
wurden oder solche, die Kinder von verschiedenen
Männern hatten, galten im NS-Staat als anstößig, als
"asozial".
Speziell Frauen, die sich prostituierten oder Frauen,
denen so etwas nachgesagt worden ist, befanden
sich in der Kontrolle der Fürsorge und der Polizei im
NS-Staat. Wenn sie beispielsweise einmal oder
zweimal das Gesundheitsamt nicht aufsuchten, so
konnte dies eine Deportation in ein Konzentrationslager
für sie zur Folge haben.
Christa Schikorra berichtete in ihrem Vortrag am
27.01.2008, dass im Laufe der Jahre bis 1945 die
Frauen im KZ Ravenbrück im jünger wurden und in den
vierziger Jahren im Konzentrationslager das
Durchschnittsalter der Inhaftierten 20 Jahre betrug.
Der Film berichtet über die Grundlagen der NS-Rassenlehre,
die die Begründung für die Verfolgung und Vernichtung
sogenannter Asozialer lieferte. Im Film kommen
Zeitzeuginnen zu Wort die über ihren Aufenthalt im
Konzentrationslager Ravensbrück berichten.
Der Titel des Films von Christine Kubielka,
Dr. Christiane Rothmaler und Stefan Corinth ist das Zitat
einer Fürsorgerin, die nach 1945 mit den Anträgen zur
Aufhebung der Entmündigung befasst war. In Interviews
beschreiben Zeitzeuginnen, wie die im „Gesetz
zur Verhütung erbkranken Nachwuchses“ vom 14. Juli 1933
angegebenen Indikationen zur Zwangssterilisation ausgeweitet,
wie willkürlich die Diagnosen vergeben wurden und wie unmöglich
es für die Betroffenen war, dem Zugriff durch Medizin und
Fürsorge zu entkommen. Selbst nach 1945 war es ihnen lange
Zeit kaum möglich, sich von dem erlittenen Stigma zu befreien und in
eine normale Existenz zurückzukehren.
Im Anschluss an den Film ist Gelegenheit zum Gespräch.
Veranstalter: AK Marginalisierte & Stiftung Haus der Demokratie

