Filmtipp
Filmvorführungen vom 27.01. bis 31.01.2010 in Berlin und Potsdam
Der Arbeitskreis "Marginalisierte-gestern und heute!" präsentiert anlässlich des Tages des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus den Film "Die Unwertigen" verbunden mit einem anschließenden Zeitzeugengespräch mit Richard Sucker.
Der Filminhalt
In dem Dokumentarfilm "Die Unwertigen" kommen Frauen und Männer zu Worte, die als Kinder oder Jugendliche von den Nationalsozialisten aus unterschiedlichsten Gründen in Heime oder Konzentrationslager deportiert worden sind.
Da eine Mutter trotz aller Warnungen die Patenschaft über jüdische Kinder und Kinder von Sinti und Roma übernimmt, wird sie zur Konzentrationslagerhaft verurteilt. Ihre Kinder kommen in Heime. Eine Tochter spricht über diese Ereignisse und die Auswirkungen auf die Familie, die sich nach der NS-Zeit wieder-, aber schwer zueinanderfindet.
Ein Anderthalbjähriger wird der Mutter als "uneheliches" Kind weggenommen. Als so bezeichnetes "asoziales" Heimkind muss er seit dem 5. Lebensjahr in einem kirchlichen Waisenhaus körperlich schwere Zwangsarbeit leisten. Vor jedem morgendlichen Beten gibt es Prügel mit dem Ochsenziemer .
Weil sein Vater einen Verleih von Tonträgern betreibt, entdeckt ein Sechzehnjähriger die Jazzmusik, die von den Nationalsozialisten als "entartet" eingestuft wird. Mit siebzehn Jahren wird er deshalb in das Jungen-KZ Moringen deportiert.
Wegen einer Schreib- und Leseschwäche wird einem Mädchen die willkürliche und pseudomedizi- nische Diagnose "mittlerer Schwachsinn" anhängt. Infolgedessen wird sie nach dem Tode ihrer Mutter als Volllwaise in einem "Pflegeheim" untergebracht. Schulbildung im Heim erfolgt nicht. Ein Adoptionsantrag der Tante scheitert, weil die Diagnose in allen Folgegutachten unhinterfragt übernommen wird. Der Weg aus dem Heim bleibt ihr bis 1970 versperrt. Drei bis dahin geborene Kinder werden ihr nach der Geburt entzogen.
Ein Junge ist ins Heim "reingeboren". Bezichtigt, schwer erziehbar zu sein, wird er elfjährig in den Kalmenhof verbracht. Erstmals sieht er dort manchmal seine Mutter von weitem, wenn sie vor und nach der Zwangsarbeit vorübergeht und ihn beim Namen ruft.
Wie im Kalmenhof und in Hadamar massenhaft Kinder von Ärzten systematisch getötet wurden - so durch "Einspritzen" mit vorheriger "Ruhigstellung" und ihrem qualvollen Sterben, die Verweigerung von Nahrung bzw. die Vergasungen in Hadamar - darüber berichtet ein ehemaliger Jung-Nazi, der damals dort die Leichen der todgespritzen Kinder für den Friedhof vorbereitete.
Der Film liefert eine Erklärung, warum dieses unmenschliche Regime des Umgangs mit Kindern, Jugendlichen und PatientInnen in "Pflegeheimen" und Psychiatrien nach 1945 weitergehen konnte. a.a.
Die Veranstalter
Antifaschistische Initiative Moabit (AIM)
Arbeitskreis "Marginalisierte-gestern und heute!"
Filmverband Brandenburg
Die Sponsoren
DIE LINKE Bezirksverband Berlin-Lichtenberg
IG Metall Jugend Berlin-Brandenburg-Sachsen
Stiftung "Erinnerung, Verantwortung und Zukunft"
VVN-BdA Berlin e.V.
verdi Landesbezirk Berlin
Die Veranstaltungsinformationen
Mi, 27. Januar 2010, 17:00 Uhr - 19:30 Uhr,
Kino CineMotion,
Wartenberger Straße 174 13051 Berlin.
(S-Bhf. Berlin-Hohenschönhausen, aussteigen in Fahrtrichtung
rechts, dann rechts 2 min laufen, rechts einbiegen in
Wartenberger Str., dort im Straßenverlauf links abbiegen)
Moderation des Zeitzeugengespräches: Herr Günter Saathoff
(Ein Vorstand der Stiftung "Erinnerung, Verantwortung und Zukunft")
http://marginalisierte.de/Members/llx/termine/die-unwertigen
Do, 28. Januar 2010, 16:00 Uhr - 18:30 Uhr,
Kino in der Kulturfabrik Moabit,
Lehrter Str. 35, 10557 Berlin Moabit
(S-Bhf. Hauptbhf., Lehrter Straße ca. 15 min zu Fuß oder Bus 123
ab Ecke Paulstr./ S-/U- Bhf. Westhafen, links die Quitzowstraße
bis Ende, dann links in die Lehrter Straße)
Moderation des Zeitzeugengespräches: Herr Dietrich Kalkan
(Arbeitskreis "Marginalisierte-gestern und heute!")
http://marginalisierte.de/Members/llx/termine/filmvorfuehrung-in-moabit-die-unwertigen
Fr, 29. Januar 2010, 18:00 Uhr - 20:30 Uhr,
Festsaal Kreuzberg
Skalitzer Straße 130, 10999 Berlin
(U-Bhf. Kottbusser Tor)
Moderation des Zeitzeugengespräches: Herr Dirk Stegemann
(Arbeitskreis "Marginalisierte-gestern und heute!", Berliner VVN-BdA)
http://marginalisierte.de/Members/llx/termine/filmvorfuehrung-in-kreuzberg-die-unwertigen
Sa, 30. Januar 2010, 19:00 Uhr - 21:30 Uhr,
Kino "Toni" am Antonplatz
Max-Steinke Str. 43, 13086 Berlin-Weissensee
(Alexanderplatz - TRAM 4 Richtung Falkenberg oder TRAM 12 oder TRAM 13)
Moderation des Zeitzeugengespräches: Frau Jeannette Eggert
(Autorin und Filmemacherin)
http://marginalisierte.de/Members/llx/termine/filmvorfuehrung-in-weissensee-die-unwertigen
So, 31. 01. 2010 von 18.00-20.30 Uhr
Studentisches Kulturzentrum KuZe
Hermann-Elflein-Straße 10
14467 Potsdam, Germany
(Anfahrt mit TRAM 91, 94 oder X98, mit den Havelbus Linien 605, 606, 610,
631 und den VIP Linien 695, X15 und N14 jeweils bis oder von Haltestelle
Luisenplatz oder Dortustraße)
Moderation: Dirk Stegemann (AK "Marginalisierte-gestern und heute")
in Kooperation mit AStA der Universität Potsdam

